[Writing Friday] Der Absprung

Ich habe diese tolle #WritingFriday Aktion bei der lieben Elizzy von Readbooksandfallinlove gefunden. Die Schreibaufgaben für den Mai findet ihr hier. Jeden Freitag kann man sich eine Aufgabe von den vorgeschlagenen Themen aussuchen und dazu eine Geschichte, ein Gedicht oder etwas anderes kreatives schreiben.

Für heute habe ich mir folgende Aufgabe ausgesucht
Schreibe eine Geschichte, die mit dem Satz „Er war sich seiner Sache so sicher, dass er…“ beginnt.

Er war sich seiner Sache so sicher, dass er es nun endlich durchziehen würde. Er wollte seine Höhenangst ein für alle mal überlisten und nicht wie jedes Mal im allerletzten Moment einen Rückzieher machen. Nun stand Paul schon zum siebten Mal auf den 5 Meter Brett im Schwimmbad. Würde er sich nun trauen?

Seine Mutter stand hinter ihm und versuchte ihm gut zuzureden, doch so fühlte Paul sich nur noch mehr unter Druck gesetzt. „Mama, würdest du bitte gehen. Ich schaffe das schon!“ „Bist du dir wirklich sicher?“ „Ich bin kein Kind mehr!“, mäkelte Paul. Seine Mutter schaute ihn ruhig an. Nein, mit seinen 12 Jahren war er nun wirklich kein Kind mehr, aber dennoch war er ein sehr sensibler Junge. Oft hing er ihr noch immer am Rockzipfel und brauchte Bestärkung. Langsam drehte sie sich um und wollte gerade die Leiter heruntersteigen, als Paul sie hastig festhielt. „Was ist los, Paul?“ „Bleib bitte doch hier.“ Sie nickte und lehnte sich gegen das Geländer. Ein gutes hatte es schon mal, das 5 Meter Brett wackelte nicht, nicht so wie das 1 Meter Brett. Das war einer der Gründe, dass Paul direkt die höhere Hürde neben wollte, der andere Grund ist, dass er genauso mutig sein wollte wie sein Kumpel Theo.

Paul stellte sich wieder an die Kante des Brettes und schaute nach unten ins Wasser. Die anderen Besucher waren mittlerweile auch auf Pauls Vorhaben aufmerksam geworden und schauten immer wieder nach oben, um zu sehen, ob er sich nun traute oder nicht.

Immer wieder ging er einen Schritt zurück und doch wieder vor. Er schaute sich im Schwimmbad um und entdeckte durch Zufall Lea. Vor ihr wollte er nun wirklich nicht als Feigling dastehen.

Paul schloss die Augen, atmete tief ein und aus. Sein Herz schlug ihm bis zum Hals. Wie in Trance mache er noch einen Schritt nach vorne und ließ sich fallen. Er nahm die Arme über dem Kopf zusammen und tauchte mit einem Platsch ins wohltemperierte Wasser ein. Als er wieder auftauchte, öffnete er behutsam die Augen und schaute zu Lea. Alle anderen Besucher fingen an zu klatschen und zu jubeln, doch Lea war schon wieder weg.

Na toll, angenervt schwomm er zur Leiter und kletterte aus dem Wasser. Seine Mutter lief auf ihn zu. „Siehst du war doch gar nicht so schwer, oder?“ „Aber Lea hat es gar nicht gesehen!“ „Das vielleicht nicht, aber du bist ganz alleine von dort oben runter gesprungen.“, sagte sie und zeige nach oben. Paul schaute mit großen Augen in die Höhe und war nun doch ziemlich stolz auf sich.

Jule

4 Kommentare zu „[Writing Friday] Der Absprung

  1. An das 5 Meter Brett erinnere ich mich noch. Das sah von oben dann immer ganz besonders schlimm aus. Auch ohne Höhenangst hatte ich immer Respekt davor. Daher konnte ich mit Paul richtig mitfiebern. 🙂 Wirklich schön geschrieben.

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  2. Ich kann Pauls Angst nur allzu gut nachvollziehen 😀 ich selbst habe auch Höhenangst und würde mich das wohl auch nicht trauen 😀 ich bin stolz auf Paul auch wenns Lea nicht gesehen hat, kann er sich über seine Leistung freuen! Toll geschrieben und schön was du aus dem Anfangssatz gemacht hast!

    Freue mich auf noch mehr Geschichten von dir ❤

    Gefällt 1 Person

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